Mobiler Dienst Sehen der Schule Borchersweg organisiert Schülerkletterkurs

 

Auf den ersten Blick fällt die Kinder- und Jugendgruppe, die es sich nach dem Aufwärmen auf der dicken Weichbodenmatte der Schulungshalle im Kletterzentrum „UP“ in Hundmühlen bequem gemacht hat, nicht weiter auf. Doch wer genauer hinschaut – und hinhört – bemerkt doch die eine oder andere Besonderheit.

So beenden beispielweise alle Teilnehmer der Vorstellungsrunde ihren Beitrag damit, dass sie „Punkt“ sagen. Denn erst dadurch weiß der nächste, dass er nun an der Reihe ist; sehen können die Kinder und Jugendlichen die anderen Teilnehmer nicht.

Sieben sehbehinderte sowie blinde Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen und 9 und 16 Jahren kehrten am vergangenen Dienstag ihren regulären Schulen in Oldenburg, Wildeshausen, Friesoythe, Leer oder auch im Emsland den Rücken und trafen sich zum Klettern in Hundmühlen. Nach einer kurzen Eingewöhnung und Testphase an der Boulderwand wagten sich die ersten „ins Geschirr“ und anschließend ging´s ab in die Höhe. Mit etwas Geduld sowie einer großen Portion Mut und Vertrauen wurden dabei die Griffe und Tritte auch ohne Blickkontrolle sicher gefunden.

 

Die zehnjährige Sieke war als erste oben und wurde mit einem stürmischen Applaus der Gruppe bedacht. „War das geil!“, kommentierte sie dann auch ihre erste Klettertour. Aber auch die anderen Kinder und Jugendlichen hatten ihre persönlichen Erfolgserlebnisse. Während einige sich beim Bouldern am wohlsten fühlten, hatten andere viel Spaß an der Strickleiter oder an den steilen Wänden der Kletterhalle.

  

Eirick (15) versuchte sich – erfolgreich – auch an einem sehr schwierigen Überhang. „Ich wollte da einfach hoch und dann auch noch rüber“ sagte der junge Mann und ergänzte: „Bei Herrn Perkuhn habe ich mich gut aufgehoben und sicher gefühlt, nur das freie Hängen in der Luft ohne Kontakt zur Wand war dann doch unangenehm.“

Carsten Perkuhn, Konrektor an der Schule Borchersweg und selbst begeisterter Kletterer, sagte: „Dieses ist jetzt der zweite Kurs des Mobilen Dienstes, den ich begleiten darf. Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Begeisterung und welchem Elan sich die Schülerinnen und Schüler hier durchbeißen.“

 

Frau Maria Kenkel, Förderschullehrerin im Mobilen Dienst fügt an: „Die Kinder und Jugendlichen haben durch diese Art der Schülerkurse zum einen die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Zum anderen dienen diese Treffen aber auch insbesondere dazu, ein Netzwerk zwischen den blinden und sehbehinderten Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien aufzubauen und zu festigen.“

 

Der Schülerkurs „Klettern“ am vergangenen Dienstag fand bereits zum zweiten Mal statt. Alle Schülerkurse, die der Mobile Dienst Sehen der Schule Borchersweg organisiert, werden vom Bezirksverband Oldenburg finanziell unterstützt. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen stammen aus der gesamten Region Weser-Ems und schon alleine dadurch kommen Fahrtkosten zur Teilnahme an den Kursen auf die Familien zu.

„Da habe ich aber morgen in der Schule was zu erzählen“, meint Nele (11) zum Abschluss des Tages. Denn dann werden alle Schülerinnen und Schüler wieder in ihren jeweiligen Klassen sitzen. Aber alle sind sich einig: „Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei!“ Der nächste Schülerkurs des Mobilen Dienstes sehen ist am 12.03.2016 ein Rhönradkurs.

(Der Text ist der Pressemitteilung der Schule Borchersweg vom 01.02.2016 entnommen.)

 

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